WSV Neptun e.V.

Herzlich Willkommen auf der Homepage des Wasser-Sport-Verein Neptun e.V.



Vereinschronik

An einem Abend Ende Februar 1925 trafen sich elf Männer in der den Bambergern auch heute noch bekannten Gaststätte “Pelikan“ in der Sandstraße, um einen neuen Verein zu Gründen – die Wassersport-Vereinigung Neptun Bamberg. „Der Verein ist eigentlich aus der freien Turnerschaft hervorgegangen. Nachdem es einige Reiberein gegeben hatte, machte man sich selbständig,“ so berichtet Vorstand Theo Fuchs anlässlich der 40-Jahr-Feier.

Als erster Vorsitzenden wählte der neu gegründete Verein den Glasermeister Paul Becher. Noch im Herbst des gleichen Jahres, am 25.11.1925, erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Das vom Bauern Dotterweich in Bamberg-Bug für 300 Reichsmark  gepachtete Vereinsgelände brachte zunächst wenig Spaß. Es ließ noch nichts von dem erahnen, was uns heute auf dem schönen Gelände des WSV Neptun begegnet. Gestrüpp und Altwasser, Aufschüttungsarbeiten und Brunnenbau machten dem Arbeitsdienst 1927 zu schaffen. Sogleich machte man sich auch an den Bau eines Vereinsheimes, doch noch im selben Jahr  ertranken die vielen Arbeitsstunden erstmals im Hochwasser der Regnitz. Sie bot letztendlich aber auch die ersten Gelegenheiten zum Wassersport, dem sich der neue Verein verschrieben hatte. Die Neptunler ließen sich nicht entmutigen und machten sich an die Beseitigung der Schäden, sie gingen auch gleich noch daran, das erste Flussschwimmbecken anzulegen. Trotz fehlender finanzieller Mittel wagte man im Jahre 1929 für 2000 Goldmark den Erwerb eines ersten eigenen Grundstückes, denn findige Neptunler taten Finanzquellen auf.

Viele Rückschläge musste der Verein im Laufe seiner Geschichte verkraften, doch waren es gerade die Rückschläge, die immer wieder auch die Chance für einen Neuanfang mit sich brachten. In diesen Zeiten zeigte sich die Stärken des Vereins, der  Zusammenhalt und das Zusammenhelfen, wenn es darum geht, etwas Neues zu gestalten. Damals wie heute waren es die vielen Ehramtlichen, die zum Gelingen der Arbeit beitrugen.

Aus der Arbeiterwerbung heraus war der WSV entstanden, in der Presse der späten Zwanziger Jahre wird er gelobt als „Arbeiterwassersportverein“. Diese Tatsache war wohl auch der Grund dafür, dass der Verein der Gleichschaltung durch die Nationalisten zum Opfer fiel.

1934 erwarb die Deutsche Reichsbahn die Gesamtanlage für die Zwecke des „Reichsbahn Turn- und  Sportvereines“.

Am 15.März 1946 genehmigte die amerikanische Militärregierung die Wiedergründung der Wassersportvereinigung Neptun. Im Sommer 1947 begann der Wiederaufbau. Als Vereinsheim diente die frühere Arbeitsdienstbaracke. Im Rahmen des  Widergutmachungsverfahren erhielten die Neptunler eine Entschädigung von 9000 Mark, finanzieller Grundstock für die weitere Entwicklung in den 50er und 60er Jahren. Fast zwei Jahrzehnte sollte es dauern bis  der Verein sich wieder erholt hatte. Besondere Schwierigkeiten bereiteten die Mitgliederwerbung, aber auch das fehlende Interesse der Mitglieder an sportlichen Aktivitäten bereite dem Vorstand Theo Fuchs Sorgen. So beklagte er 1961 auf einer Vorstandssitzung, dass der Sportbetrieb das Sorgenkind des Vereins ist und auch in nächster Zeit keine Besserung eintreten wird.

Um für neue Mitglieder das Vereinsgelände attraktiver zu gestalten, dachte man seit 1962 über den Ausbau des Vereinsheimes nach. Die Bereitstellung erster finanzieller Mittel gelang dieses Mal mit Hilfe der Hofbräu und durch einen Zuschuss der Stadt Bamberg in Höhe von 5000 Mark. Erst 1964 wurde dann durch die Mitgliederversammlung dem Neubau zugestimmt.

Nachdem bislang die Zahlungsmoral der Mitglieder nicht immer zufrieden stellte, konnte Fuchs auf der Mitgliederversammlung 1964 lobend erwähnen, dass diese nun sehr gut sei. Auch die sportlichen Aktivitäten nahmen zu. So heißt es im Protokoll: Sehr viele Schwimmlehrling wurden mit großem Erfolg trainiert und die Anerkennung nach außen blieb nicht aus.

1965 nahmen die Schwimmer beim Schwimmwettbewerb der DLRG teil. Auf Anregung von Hans Meixner sollten die Teilnehmer des WSV Neptun vom Verein auch mit einem kleinen Preis geehrt werden.

Anlässlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums konnten noch sieben Mitglieder geehrt werden, die seit der Gründung im Neptun aktiv waren: Rudolf Meier, der bis 1964 die Finanzen des Vereins regelte und einer der elf Gründungsmitglieder war, Martin Kopp, Gottfried Moritz, Hans Haug, Hans Hummel und Vorstand Theo Fuchs, der seit August 1928  als Neptunmitglied geführt wurde.

Große Anerkennung erhielt der Verein dann 1967 auch überregional für die Durchführung der 7. Bayerischen Meisterschafften im „Synchronschwimmen- und Kunstschwimmen-Bilderreigen.“ Was wenige Jahre zuvor beklagt wurde, wurde jetzt vom Vorstand als „sportlicher Höhenflug des WSV“ bezeichnet.

So wurde auch gleich über den Bau einer Gymnastikhalle nachgedacht (wie wir heute wissen, blieb es beim Nachdenken). In diesem Zusammenhang meldete sich auch die Schwimmerjugend zu Wort, deren Vertreter Ennhuber im Rahmen einer Ausschusssitzung feststellte, dass ein neues Schwimmbecken wichtiger gewesen wäre als der Neubau einer Gymnastikhalle.

Mit dem Neubau des Vereinsheims, das im Laufe der Planung immer größer wurde, begann man endlich 1968. Der eigens dazu gegründete Bauausschuss legte einen Finanzierungsplan vor. Der erste Bauabschnitt begann. Am 21.12.1968 feierte man die Eröffnung der Pächterwohnung, der Sauna und der Duschräume. Der Protokollant stellte fest: Die eingeladenen Gäste der Sportverbände waren von der bisherigen Leistung beeindruckt.
 
In den folgenden Jahren konnte die Schwimmerjugend immer mehr Erfolge verbuchen und so wurde der Ruf nach einem vereinseigenen Schwimmbecken lauter. Und wieder war es 1970 ein Hochwasser, das dem gerade neu gestalteten Vereinsgelände hart zu setzte.

Vor allem der finanzielle Rückschlag machte dem WSV zu schaffen, wiederum fanden sich Lösungen.

Im Protokollbuch steht vermerkt:
„Der erste Vorstand Fuchs, Sportkamerad Kauppert und Katzenbergen fuhren im PKW des Sportkameraden Katzenberger zur Geschäftsstelle des BLSV nach München um sich aus erster Hand Informationen zu holen. Fuchs betonte, dass für die Hochwasserschäden keine finanziellen Mittel durch  den BLSV zu erwarten sind und nun versuchen werden muss, die Öffentlichkeit, den Bund, die Stadt und die Gemeinden anzusprechen, um Mittel zu bekommen, die Notlage des Vereins überbrücken. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch, dass an Spenden bereits 8603,00 DM eingegangen sind. Die Versuche finanzielle Quellen aufzutreiben waren zwar sehr zeitaufwendig, aber sie waren erfolgreich.

Seit 1970 heißt die Wassersportvereinigung  „Wassersportverein“. Im gleichen Jahr wurde Walter Kauppert zum ersten Vorstand des WSV gewählt. Aber nicht nur der Name änderte sich. Aus der Sicht des Protokolllesers stellte man zunächst einmal fest, dass diese Sitzungsbericht wesentlich länger wurde. Der Verein stellte sich neue Aufgaben, die in den Sitzungen hitzig diskutiert wurden. In den kommenden zehn Jahren wächst das Ansehen und die Mitgliederzahl. Das Vereinsgelände wird zu einer ständigen Baustelle. Beckenneubau und der Bau der Mehrzweckräume im heutigen Eingangsbereich werden geplant und durchgeführt.

Das 50-Jährige Jubiläum 1975 wird zu einem großen Ereignis. Von diesem Höhepunkt berichtet die Chronik: e 50-Jahr-Feier unseres Vereins muss ihresgleichen suchen, sie erregte großes Aufsehen und fand Anklang mit den Höhepunkten der Schwimmmettkämpfen mit Weltelite, der Bademodeschau, den Isarnixen, dem Festkommers und der Johannisfeier, bei der Bürgermeister Schleyer die Festrede vor ca.2000 Anwesenden hielt.“

Im gleichen Jahr avancierte der WSV Neptun mit 3400 Mitglieder zum größten Verein Oberfrankens.

Die folgenden 25 Jahre bis zum nächsten Jubiläum entwickelte der Verein sich stetig weiter. Als 1979 Armin Bartelmann den Vereinsvorsitz übernahm, stand in FT, dass Kuppert ein "wohlgeordnetes Haus hinterließ“. Auch der neue Vorsitzende führte mit viel Sachverstand und Umsicht bis 1992 die Geschäfte. Neue Projekte, vor allem der Bau des Lehrschwimmbeckens, das 1988 eingeweiht wurde, entstanden in seiner „Amtszeit“. Die Mitgliederzahl blieb bis zum heutigen Tage weitgehend konstant.

Vor allem die Einbeziehung der Mitglieder in die Entscheidung, die die Weiterentwicklung des Vereins betreffen, waren Paul-Heinrich König, ein wichtiges Anliegen. Möglichst viele sollen die Verantwortung für die Vereinsarbeit tragen. So entstand der Gedanke, in Arbeitskreisen möglichst viele „Spezialisten“ mit einzubeziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Chronik im Jubiläumsjahr 2025 über die Feierlichkeiten zur 75-Jahr-Feier ähnlich Positives erzählt, wie sie es zur 50-Jahr-Feier tut.